Die WM-Neulinge 2026

Die WM 2026 ist die größte Weltmeisterschaft aller Zeiten mit 48 Teams. Hier sind die vier Debütanten, die noch nie zuvor bei einer WM dabei waren.


Kap Verde – heute der ganz große Test gegen Spanien

Kap Verde haben wir bereits in unserem Beitrag über die afrikanischen Mannschaften ausführlich vorgestellt. Hier deshalb nur der Blick auf das heutige Spiel: Um 18:00 Uhr trifft Kap Verde in Atlanta in der Gruppe H auf den amtierenden Europameister Spanien. Die Rollen sind klar verteilt – Spanien geht als haushoher Favorit ins Spiel. Für Kap Verde ist es trotzdem der größte Tag der eigenen Fußballgeschichte: das erste WM-Spiel überhaupt, und das ausgerechnet gegen einen der Top-Favoriten auf den Titel.

Kap Verde Nationalmannschaft
Kap Verde – heute Abend der größte Tag der eigenen Fußballgeschichte

Curaçao – Auftakt gegen Deutschland, gleich kräftig auf den Boden geholt

Weiter geht’s mit dem wohl größten Märchen der gesamten Qualifikation:
Curaçao, eine karibische Insel mit rund 150.000 Einwohnern, ist das kleinste Land, das sich jemals für eine Männer-WM qualifiziert hat. Unter Trainer Dick Advocaat gewann Curaçao in der zweiten Runde der CONCACAF-Qualifikation alle vier Spiele gegen Aruba, Barbados, Haiti und St. Lucia und zog als Gruppensieger weiter. In der dritten Runde reichten gegen Jamaika, Trinidad und Tobago sowie Bermuda drei Siege und drei Unentschieden – das entscheidende, torlose Remis in Jamaika sicherte den historischen Gruppensieg und damit das WM-Ticket.

Gestern war es dann so weit: das WM-Debüt gegen Rekordweltmeister Deutschland in Houston. Nach gut 20 Minuten gab es sogar kurz Grund zum Jubeln, als Livano Comenencia zum 1:1 ausglich. Danach drehte die deutsche Mannschaft auf und gewann letztlich deutlich mit 7:1. Ein harter Einstand – aber ein WM-Debüt ist ein WM-Debüt, und das bleibt Curaçao für immer.

Curaçao Nationalmannschaft
Curaçao – kleinste Nation, größtes Abenteuer, party, party, party

Jordanien – Die Wüstenkrieger kommen

Jordanien
qualifizierte sich über die AFC-Zone und sicherte sich Rang zwei in seiner Gruppe – ausschlaggebend war ein 3:0-Auswärtssieg gegen Oman, mit dem die Qualifikation rechnerisch perfekt wurde, nachdem Südkorea zuvor gegen den Irak gewonnen hatte. Damit zieht Jordanien zum ersten Mal überhaupt bei einer Weltmeisterschaft ein.

Trainer ist der Marokkaner Jamal Sellami, der seit 2024 im Amt ist und das Team unter anderem in den Final des Arab Cup 2025 führte – dafür erhielt er sogar die jordanische Staatsbürgerschaft. Der Kader besteht großteils aus Spielern der jordanischen Pro League und der saudischen Liga, angeführt von Kapitän Musa Al-Taamari, der in Frankreichs Ligue 1 bei Stade Rennes spielt.

Das Eröffnungsspiel der Gruppe J findet am 17. Juni um 06:00 Uhr (MESZ) statt – und der Gegner ist Österreich. Ein WM-Debütant gegen die nach 28 Jahren zurückgekehrte österreichische Mannschaft. Für alle Österreicher in unserer Runde also gleich zwei Pflichttermine: Jordanien und ein paar Tage später Algerien. Argentinien sowieso, aber das ist eine andere Geschichte.

Österreichische Nationalmannschaft
Österreich trifft zum WM-Auftakt auf Jordanien – Austria nach 28 Jahren wieder dabei

Usbekistan – Die Weißen Wölfe sind zum ersten Mal dabei

Usbekistan sicherte sich am 5. Juni 2025 mit einem 0:0 in Abu Dhabi gegen die Vereinigten Arabischen Emirate Rang zwei der vierten Runde der AFC-Qualifikation und damit – zum ersten Mal in der Verbandsgeschichte – die WM-Teilnahme. Möglich wurde das auch durch die auf acht Plätze verdoppelte Anzahl an Startplätzen für Asien.

Kurz nach der erfolgreichen Qualifikation trennte sich der Verband von Erfolgscoach Timur Kapadze und holte stattdessen Fabio Cannavaro als neuen Trainer – jenen Mann, der vor zwanzig Jahren, bei der WM 2006, als Kapitän mit Italien den Weltmeistertitel holte. Seufz … Die Erwartungen sind dennoch moderat: Als Neuling zählt Usbekistan zu den Außenseitern – aber schon die Teilnahme an sich gilt im Land als historischer Erfolg.

Fabio Cannavaro
Fabio Cannavaro, Weltmeister 2006 mit Italien, übernimmt Usbekistan als neuer Trainer